Am 04. November 2025 kamen wir im Basecamp in Berlin mit Gästen aus Politik und Wirtschaft zusammen, um bei der Veranstaltung „Effizienzgewinne durch Finanzdigitalisierung im deutschen Mittelstand" zu diskutieren, welche Hürden und Lösungsansätze es bei der Finanzdigitalisierung im Mittelstand gibt und welche Effizienzgewinne freigesetzt werden können.
Den Auftakt machte Dr. Henry Goecke vom IW Consult mit der Präsentation einer Studie, die direkte und indirekte Effizienzgewinne durch die Digitalisierung finanzieller Geschäftsprozesse aufzeigt. Dazu gehören Einsparpotentiale von jährlich rund 3,4 Milliarden Euro an Lohnkosten und monatlich 9,2 Millionen Arbeitsstunden, wenn alle Eingangsrechnungen im E-Rechnungsformat eingehen würden. Die Studie belegt zudem, dass digitale Bezahlterminals den Zeitaufwand beim Tagesabschluss um 40 % reduzieren können, sowie die Sicherheit und Kundenbindung erhöhen. Eine zentrale Erkenntnis ist das Paradoxon der Digitalisierung: Hochdigitalisierte Unternehmen profitieren von Kosteneinsparungen und erhöhter Sicherheit, während gering digitalisierte Unternehmen genau darin die größten Hürden sehen.
Im Anschluss an die Studienvorstellung tauschten sich André von Bargen, Geschäftsführer des Hamburger Mittelstandsunternehmens Wiko-Technik, und Benjamin Schöfer (DMB) aus und lieferten praxisnahe Einblicke. Von Bargen schilderte unter anderem, dass der anfängliche Mehraufwand bei der Digitalisierung verschiedener Prozesse unternehmensintern durchaus skeptisch betrachtet wurde. Umso wichtiger sei es, die Belegschaft beispielsweise durch Schulungen mitzunehmen. Diese Notwendigkeit wurde auch im anschließenden Panel mit Robert Delille (Visa), André Dehm (Visa), Matthias Bianchi (DMB) und Lukas Gottschick (Pliant) thematisiert. Eine weitere zentrale Erkenntnis, die dem zuvor beschriebenen Digitalisierungsparadoxon folgt, war das Beschleunigungsdilemma: Vielen Unternehmen fehlt im operativen Tagesgeschäft die Zeit, sich mit Digitalisierung auseinanderzusetzen. Dabei zeigen Praxisbeispiele, dass erfolgreiche Finanzdigitalisierung mit erheblicher Zeitersparnis einhergeht. Die Panelisten waren sich einig, dass das Bewusstsein über die Vorteile der Finanzdigitalisierung im deutschen Mittelstand stärker in den Vordergrund gerückt werden sollte und dass in der Regulierung Praxischecks eingeführt werden sollten, um Prozesse zu vereinfachen und den Mittelstand zu entlasten.
Die Vielzahl der eingebrachten Perspektiven verdeutlichte, dass die Finanzdigitalisierung eine zentrale Komponente für eine erfolgreiche digitale Transformation der Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher KMU ist.
Wir danken allen Teilnehmenden für eine gelungene Veranstaltung.
Die Studie finden Sie unten, unter Ressourcen oder unter diesem Link auf der Seite des IW Consult.

